Allein unter Schildkröten

 

„Große Weisheit bedeutet viel Kummer. Steigerst du dein Wissen, steigerst du den Schmerz. Also lieber dumm bleiben?“ Der erste Teil des Romans besteht aus Tagebucheinträgen des Jugendlichen Mikke, in welchen er von seinem Leben, von Schildkröten und Einsamkeit erzählt. Er ist hin- und hergerissen zwischen Glück und Trauer, doch das Gefühl, alleine, einsam und unverstanden zu sein, lässt ihn nie los. Mikke zieht sich immer weiter zurück und gegen Ende übernimmt seine Mutter die Erzählungen.

 

Mit wenigen Worten und kurzen Tagebucheinträgen, schafft es Marit Kaldhol, unglaubliche Bilder zu erzeugen und Gefühle entstehen zu lassen, die tief unter die Haut gehen und nicht loslassen. Die Einsamkeit, in der sich Mikke befindet, ist fast spürbar und zieht sich durch jeden seiner Einträge. Die Erzählungen seiner Mutter hingegen überwältigen durch starke Emotionen und bilden einen Kontrast zu der vorherrschenden bedrückenden Stimmung. Unglaublich stark und unglaublich einfühlsam ist diese Geschichte von Kalhol, die einen nach dem Lesen mit jede Menge Gedanken und Emotionen zurücklässt. (Mara Köhler, 7a)