Der Tätowierer von Auschwitz

In Der Tätowierer von Auschwitz erzählt Heather Morris, wie bereits der Untertitel verrät „Die wahre Geschichte des Lale Sokolov“.

1942 wurde Ludwig Eisenberg nach Auschwitz deportiert und wusste damals noch nicht, was ihm bevorstand. Unter welchen schlimmen Verhältnissen er nun leben musste, wurde ihm aber schnell bewusst. Lale, so nannten ihn seine Freunde, hatte allerdings Glück im Unglück. Er wurde der Tätowierer von Auschwitz, der den Häftlingen ihre Nummern in den Arm stach.
Dadurch erhielt er einige Vorteile, die ihm vermutlich das Leben retteten.
Eines Tages musste er in der Frauenbaracke weibliche Gefangene kennzeichnen und unter den Damen war ein junges Mädchen. Lale tätowierte ihm die Nummer 34902 ein und die zwei verliebten sich augenblicklich ineinander. Das Mädchen hieß Gita und stammte aus der Slowakei. Sie schafften es, Treffen zu arrangieren und sich heimlich Botschaften zukommen zu lassen. Durch seine etwas höhergestellte Position konnte Lale Gita auch manchmal helfen. Für beide wurde die Hoffnung auf ein gemeinsames zukünftiges Leben ein wichtiger Ansporn zum Überleben.
Als die Nazis kurz vor dem Ende des Krieges einen Teil der Häftlinge freiließen, verloren sich die beiden aus den Augen. Doch durch Zufall fanden sich die zwei im Sommer 1945 wieder. Sie verbrachten ihr ganzes Leben miteinander und bekamen auch einen Sohn, Gary Sokolov.

Nach Gitas Tod vertraute Lale Heather Morris seine Lebensgeschichte an, die er bis zu diesem Zeitpunkt für sich behalten hatte. Morris besuchte Lale für drei Jahre lang zwei bis drei Mal pro Woche, bis die ganze Geschichte entwirrt war. Lale brauchte Zeit, um sich Morris anzuvertrauen, und sie wurden enge Freunde. Nach fünfzig Jahren konnte der alte Mann endlich diese Last seiner vermeintlichen Schuld ablegen, da er Angst hatte, Gita und er könnten als Nazi-Kollaborateure dastehen.
Die Geschichte existierte zwölf Jahre lang als Drehbuch, wurde aber 2018 schlussendlich als Tatsachenroman veröffentlicht. Meiner Meinung nach ist er wirklich gelungen. Er erzählt bereits Bekanntes über den Holocaust, aber Lales Erzählungen fügen den Geschehnissen in Auschwitz eine dramatische Komponente hinzu.
Die Geschichte ist so mitreißend, dass ich das Buch in einem Zug durchgelesen habe. Ich kann es wirklich empfehlen und musste nicht nur einmal weinen.
„Der Tätowierer von Auschwitz“ ist eine rührende Geschichte, die trotz schlimmsten Ereignissen gut ausgeht. Heather Morris gibt Lale Sokolovs Geschichte so fesselnd wieder, dass man das Werk nicht zur Seite legen kann und ich kann nur jedem ans Herz legen, sich das Buch zuzulegen. Ich denke, das wäre eine Entscheidung, die keiner bereuen würde. (Maria Strondl, 7a)