Der große Krieg

 

Kein Ereignis der letzten 2000 Jahre veränderte den europäischen, Kontinent so nachhaltig und radikal wie der Erste Weltkrieg, dessen Ausbruch sich heuer zum hundertsten Mal jährt. Was mit den Schüssen in Sarajewo und der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie begann, mündete in der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" (Georg F. Kennan), im bis dahin für unmöglich gehaltenen Gemetzel des ersten industrialisierten Krieges der Geschichte. Millionen Menschen starben, jahrhundertealte Kaiserreiche gingen unter, darunter auch die Habsburgermonarchie, und in der Nicht-Bewältigung des Krieges und seiner Folgen findet man die Saat für die Greuel des Zweiten Weltkriegs.

 

Das äußerst gelungene Buch von Hans Magenschab, dem jahrelangen Chefredakteur der "Furche" und Berater von Bundespräsident Klestil bis zu dessen Tod 2004, beschreibt zum einen die Vorgeschichte dieses Krieges und stellt Fragen nach der Verantwortlichkeit, es erzählt aber in zahlreichen bis dato größtenteils unveröffentlichten Bildern auch die Geschichte dieses weltumfassenden Waffengangs aus österreichischer Perspektive. Sehr anschaulich, sehr übersichtlich, sehr angenehm zu lesen - schon jetzt ein Standardwerk. (Peter Schnaubelt)