Die Flucht der Dichter und Denker

Der ehemalige profil- Chefredakteur Herbert Lackner stellt die Menschheit in seinem Buch Die Flucht der Dichter und Denker vor eine noch unbeantwortete Frage. Was haben wir in 81 Jahren in Migrations-angelegenheiten gelernt? Er beschreibt die Flucht jüdischer Persönlichkei-ten im Nationalsozialis-mus auf eine Weise, dass sie sich fast wie ein Roman lesen lässt. Nur leider war es grausame Wirklichkeit – und auch diese Facetten der Geschichte lässt Lackner keinesfalls aus. Wir folgen Stefan Zweig, Alfred Polgar, Friedrich Adler, Thomas Mann und vielen anderen auf einer Reise in ein neues Leben und die damit einhergehenden Komplikationen. Von der Schwierigkeit, aus Österreich auszureisen, über die Weiterfahrt von Spanien nach Amerika und das Leben danach – alle drei Phasen werden ausführlich und gut verständlich beschrieben, sodass jeder am Inhalt dieses Buches teilhaben und daraus lernen kann. Denn bei diesem Werk mangelt es nicht an Aktualität: Der Autor zieht Vergleiche zwischen Vergangenheit und Jetzt-Zeit und vereint Gemeinsamkeiten und Unterschiede in eine Geschichtestunde der wahrhaft lehrreichen Art.
Im Großen und Ganzen bleibt nur zu sagen, dass ich dieses Werk jedem empfehlen kann, der sich genauer mit den Verfolgten beschäftigen möchte und mehr über ihre Lebensweise während und nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren will. Allerdings lässt das Werk von Herbert Lackner auch nicht die Aktualität der Diskriminierungsproblematik vergessen, die sich noch immer durch unsere Gesellschaft zieht.