Ruanda - 1994 bis heute

Vor 25 Jahren wurden über 1 Millionen Menschen in Ruanda in nur 100 Tagen ermordet. Wie das Leben nach solch einem Ereignis weitergeht und wie die heutige Lage in Ruanda ist, darauf geht Gerd Hankel in seinem Buch Ruanda – 1994 bis heute: Vom Umgang mit einem Völkermord genauer ein.

Es gibt zwei verschiedene Bevölkerungsgruppen in Ruanda: die Tutsi und die Hutu. Obwohl die Hutu immer die Mehrheit bildeten, waren die Tutsi dennoch immer politisch und militärisch stärker. Dieses Konzept kann auf die Kolonialzeit zurückgeführt werden. Unter belgischer Kolonisation wurden die ersten Ausweise eingeführt, auf welchen dezidiert angegeben war, ob man Tutsi oder Hutu war. Immer schon gab es Unruhen und Probleme in Ruanda über die ungerechte Behandlung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer der beiden Bevölkerungsgruppe.

So kam es, dass am 6. April 1994 der Völkermord der Hutu an den Tutsi begann. In 100 Tagen wurden zirca 800.000 bis 1 Millionen Menschen ermordet. Etwa 75 % aller Tutsi in Ruanda wurden von Hutus ermordet, zusätzlich wurden auch Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen gewehrt hatten, umgebracht. Viele Menschen flüchteten in die benachbarten Staaten, vor allem in die heutige Demokratische Republik Kongo.

Außerdem wird in Ruanda – 1994 bis heute: Vom Umgang mit einem Völkermord genauer die Zeit nach dem Völkermord und die Aufarbeitung der begangenen Verbrechen behandelt. Vor allem die sogenannten Gacaca-Gerichte hat Gerd Hankel in diesem Buch genauer thematisiert. Gacaca war bis 2012 ein ruandisches Rechtssystem, in welchem Leute aus der Gemeinde bzw. die Dorfältesten ohne jegliche juristische Ausbildung Gerichtsverhandlungen durchführen konnten. Vor allem waren die Ziele dieser Gerichte Versöhnung und Harmonie. Die Strafen des Gacaca-Gerichtes reichten von der Verpflichtung zur Leistung von Schadensersatz bis zu lebenslanger Freiheitsstrafe.

Heutzutage leben Tutsi und Hutu relativ friedlich gemeinsam und die ruandische Entwicklung gilt als ein Erfolgsmodell. Die Wirtschaft hat sich sehr gesteigert und auch das generelle Leben von Ruandern hat sich sehr verbessert. Der momentane Präsident Paul Kagame und die Regierung kümmern sich um die Bevölkerung und die Entwicklungshilfe aus dem Ausland wird effizient eingesetzt.

Abschließend kommen wir nun zu meiner persönlichen Meinung zu diesem Buch. Das Thema Völkermord in Ruanda hat mich seit letztem Jahr sehr interessiert beziehungsweise mitgerissen. Ich finde, dass Gerd Hankel dieses Buch sehr sachlich und verständlich verfasst hat. Man merkt, wie sehr er sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, und sein Schreibstil hat sehr viel Interesse in mir erweckt. Meiner Meinung nach ist der Völkermord in Ruanda ein sehr wichtiges Thema, das heutzutage viel mehr besprochen oder behandelt werden sollte und keinesfalls vergessen werden darf. (Clara Bösel, 7a)