Shakespeare - Mangas und Biografie

Kaum ein Bereich in der Kunst, in den Shakespeares Werke keinen Einfluss genommen hätten. Jünstes Beispiel sind die sogenannten Shakespeare-Mangas, auf die ich bei meinem letzten Besuch im Londoner Globe-Theatre gestoßen bin. Wir haben nun vier dieser Bearbeitungen von Stücken des Meisters in der Form von Manga-Comics für die Schulbibliothek gekauft: Hamlet, Macbeth, Romeo and Juliet und A Midsummer Night’s Dream. Die Texte sind in englischer Sprache gehalten und weisen so manches Originalzitat auf.

 

Wer sich Shakespeare auf andere Weise annähern möchte, sei auf Peter Ackroyds Standardwerk Shakespeare: A Biography verwiesen, das nun ebenfalls in unserer Englischabteilung aufzufinden ist. „You will not find a better book on Shakespeare“, urteilte der “Independent”. Ich zitiere den Coveretext des Buches: „Peter Ackroyds Bücher sind in England Kult. Seine Biographie der Stadt London war auch hierzulande ein großer Erfolg. Nun entwirft er in seiner Shakespeare-Biographie das Bild eines Mannes, der die Freiheit, das Spiel und das Wort liebte, dem das Leben überbordende Energie, nie versiegende Lust am Neuen und einen hell strahlenden Geist mitgegeben hatte. Andere Biographen haben analysiert, Ackroyd lebt sich in Shakespeares Welt hinein. Das Leben des begnadeten Dramatikers und Dichters William Shakespeare (1564-1616) gibt bis heute zu Spekulationen Anlass. Kaum Persönliches ist überliefert. Nur das Werk ist ein Vermächtnis von zeitloser Genialität. Peter Ackroyd lässt sich weder von der Fülle der Shakespeare-Literatur noch von den Ungewissheiten seines Lebensweges abschrecken. Wahlverwandt und souverän findet er Spuren in Dramen und Sonetten, bei Zeitgenossen und Nachfahren. Er gesellt sich zu dem glücklichen Kind aus wohlgeordneten Verhältnissen, das den Fluss liebte und den freien Flug der Vögel, begleitet den Dichter als warmherzigen, kühnen und selbstbewussten jungen Mann, der süchtig war nach Experimenten jeder Art und sich durch nichts aufhalten ließ. Mit überschäumender Vitalität entwickelte sich Shakespeare schnell zu einem sehr guten Schauspieler und Autor. Der tägliche Kontakt mit seinem Publikum, das aus allen Gesellschaftsschichten kam, floss unmittelbar in seine Stücke ein. Sie waren theaterwirksam und ganz nah am Leben. Shakespeare predigte nicht und lieferte keine Regeln; er bildete die Welt in ihrem Widerspruch ab, so dass sich Menschen bis heute in seinen Stücken erkennen. Peter Ackroyd kommt dem Mann aus Stratford-on-Avon beispiellos nahe. Diese freundschaftliche Nähe macht das Buch zu einer berührenden und wunderbar leichten Lektüre.“ Dem kann ich mich voll und ganz anschließen – das genaue Gegenteil von trockener Sekundärliteratur.  (Peter Schnaubelt)