Verbrannte Wörter

... Wo wir noch reden wir die Nazis - und wo nicht

Matthias Heine hat bei Diskussionen mit LeserInnen seiner Bücher und Zeitungstexte bemerkt, dass das Vorhandensein eines nationalsozialistisch geprägten Vokabulars von manchen Leuten bestritten wird, da sie befürchten, dass eine „Sprachpolizei“ ihnen vorschreiben wolle, was sie reden dürften. Zeitgenossen hingegen hatten aber niemals Zweifel an der Existenz einer NS-Sprache und an sogenannten Naziwörtern. Auch die Nazis selbst ließen keinen Zweifel daran, dass sie eine „neue deutsche Sprache“ schaffen wollten. Deutschland war von 1933-1945 der „Sprachlenkung“ durch die Nationalsozialisten ausgesetzt und Österreich von 1938 an. Ob sich dieser Einfluss auch heute noch auswirkt, damit beschäftigt sich Heine in seinem Buch Verbrannte Wörter, wobei sich der Titel auf Begriffe bezieht, die von den Nazis geprägt oder geschaffen wurden.

Nun Genaueres zum Inhalt. Heine ordnet in seinem Buch 87 Begriffe historisch ein, setzt sie in Bezug zu ihrer Verwendung während der NS-Zeit und gibt eine Einschätzung, inwieweit diese Wörter heutzutage gebraucht werden können. Das ist aber oft schwierig und kompliziert, denn einerseits stehen manchmal Wörter ungerechtfertigter Weise unter Naziverdacht und andererseits verwenden wir im Alltag oft Wörter, die uns ganz harmlos und unpolitisch erscheinen, und denken dabei nicht im Entferntesten daran, dass ihr Ursprung in der NS-Zeit lag.

Heine möchte mit seinem Buch keinesfalls als Sprachpolizist fungieren. Vielmehr ist es sein Ziel, den Menschen die Grundlagen einer angemessenen Ausdrucksweise ins Gedächtnis zu rufen. Diese Grundlagen sind Sensibilität, der Sinn für Angemessenheit und das Wissen um die Geschichte von Wörtern.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da man beim Lesen über die Bedeutung und Herkunft der einzelnen Wörter auch sehr viel allgemeines historisches Wissen erlangt. (Klara Burger, 7a)