Hunger und Flucht - Buchprojekte der 4a und 5a

Text, Fotos und Scans: Peter Schnaubelt

In unserer Schulbibliothek finden sich nicht "nur" Klassenlektüren aus den Bereichen der deutschen Literatur und von Fremdsprachen, die sich großer Beliebtheit erfreuen, sondern auch zu gesellschaftspolitischen Themenstellungen. Zwei Klassen beschäftigten sich im Rahmen von Projekten mit solchen Sachbüchern und hielten ihre Überlegungen dazu in Form von Collagen, Zeichnungen und Recherchearbeiten fest, die in einer Ausstellung in der Schulbibliothek präsentiert wurden.

Die Jugendlichen der Klasse 4a lasen in GSPB das Buch "Krieg" der niederländischen Autorin Jane Teller, ein Gedankenexperiment "unter umgekehrten Vorzeichen": Stell dir vor, in Deutschland wäre Krieg und deiner Familie bliebe nur die Flucht, so die Prämisse. Dass diese Familie in einem arabischen Land, nämlich Ägypten, Asyl findet und versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, schildert das Buch in klarer Sprache und mit anschaulichen Illustrationen, wobei die Vielfalt an Problemen, mit denen sich ihre Mitglieder, gefangen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturen, konfrontiert sehen, nicht verschwiegen wird. In der Auseinandersetzung der Jugendlichen mit diesen Fragen entstanden nicht nur Recherchearbeiten zu den Hintergründen der Thematik der Asylsuche, sondern auch überaus gelungene Collagen, von denen einige hier zu sehen sind.

Das erste Bild, ein aufrüttelndes Kunstwerk, hat Muriel Robe geschaffen.

Auch die Collage von Minou Sommer vermittelt ihr Thema mit intellektueller und emotionaler Wucht.

Die folgenden drei sehr gelungenen Arbeiten stammen von Fiona Köberl, Lara Köberl und Jakob Mayerhofer.

Die Jugendlichen weisen uns mit ihren Reflexionen und deren künstlerischer Ausgestaltung einen ganz individuellen Weg durch die Gedankenspiele des zugrunde liegenden Buches. Zusammen mit den fundierten Recherchen ihrer Mitschüler*innen können sie in der Schulbibliothek besichtigt werden.

Kommen wir nun zur Klasse 5a. Im Fach MKP beschäftigten sich die Schüler*innen in der Zeit des Distance Learning mit dem Buch "Wir lassen sie verhungern", ein aufrüttelndes Plädoyer für mehr Gerechtigkeit in der Welt, verfasst vom Schweizer Kapitalismuskritiker Jean Ziegler. Noch immer verhungert auf unserem reichen Planeten alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren. Ausgehend von dieser erschütternden Erkenntnis recherchierten die Jugendlichen zu Bereichen wie Zieglers Biografie, der schrecklichen Noma-Krankheit und Spekulationen mit Lebensmitteln über die Entwicklung des Hungers in der Welt, den Nord-Süd-Konflikt und die desaströsen Konsequenzen von Heuschreckenplagen bis hin zu Hitlers "Hungerplan". Auch ihre Zusammenstellungen dieser Nachforschungen können in der Bibliothek besichtigt und nachgelesen werden. Die folgende besonders anschauliche Darstellung der widerwärtigen Spekulationen mit Lebensmitteln hat Sarah Pökl gestaltet.

Die Bücher, die diesen Arbeiten zugrunde liegen, sowie weitere Sachbücher in Klassenstärke wie "Schreckens Kinder" (über die Psyche von Selbstmordattentätern) von Hans Magnus Enzensberger, "Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen" (über Aids-Waisen in Afrika) von Kirsten Boie und "Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist" (über sieben Schritte in die Diktatur) von Ece Temelkuran können in der Schulbibliothek entlehnt werden.