Horror am Valentinstag mit Severin Fiala

Peter Schnaubelt (Text)

Matthias Meyer (Fotos)

 

Ein Psychothriller am Vormittag des 14. Februar, also des Valentinstages? Was auf den ersten Blick nicht so recht zusammenpasst, wurde für die 6. bis 8. Klassen zu einem spannenden, sehr interessanten und ab und zu sogar lustigen Einblick in die Realität des Filmgeschäfts.

Das Lesefest der Schulbibliothek lief heuer anders ab als in den vergangenen fünf Jahren, nämlich in der intensiven Auseinandersetzung mit einem zeitgenössischen österreichischen Film und seinem Autor/Regisseur. Zu Gast war diesmal kein Buch-, sondern ein Filmautor. Severin Fiala, seines Zeichens Absolvent unserer Schule, stellte sich im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Treffpunkt war schon zu Beginn der ersten Stunde im Stadtkino Horn. Gezeigt wurde der Psychothriller Ich seh Ich seh, mit dem Severin international Aufsehen erregte. Die Geschichte um die Zwillingsbuben Elias und Lukas und ihre Mama (die sie nicht für diese halten) schaffte es, gehörig an unseren Nerven zu zerren. Zurück in der Schule, arbeiteten die Jugendlichen in einer Gruppenarbeit Fragen zum Spannungsaufbau des Streifens, zu Musik und Toneffekten, der Entwicklung der Charaktere, dem Setting und der Bildästhetik auf.

Anschließend stand der zweistündige Höhepunkt des Projekttages auf dem Programm, die Diskussion mit dem Autor und Regisseur des Films. Severin Fiala stellte sich den zahlreichen Fragen betreffend die Arbeit an einem Film generell und die Dreharbeiten von Ich seh Ich seh im Speziellen, die Führung von Kinderdarstellern und mögliche Interpretationen des Inhalts des Streifens. Er erzählte auch Anekdoten von seinen Erlebnissen mit Hollywoodproduzenten und bei einem desaströsen Testscreening. Schließlich las er einen Auszug aus einem Treatment, das, wenn alles gut geht, schon bald mit einem amerikanischen Produzenten verfilmt werden soll. Alles in allem war das Projekt eine willkommene Abwechslung im Rahmen unseres bereits traditonellen Lesefestes und bot uns lebendige Einblicke in einen faszinierenden Zweig der Kultur, den des Kinos.